Verkaufskraft

Frau U. ist schwerbehindert, mit einem Grad der Behinderung von 70 kann sie nicht mehr zurück in ihren Beruf als Friseurin. Sie ist 48 Jahre jung, das Alter gilt jedoch für den Einstieg ins Berufsleben bereits als Vermittlungshemmnis. Zudem lebt Sie, auf Grund eines günstigen Wohnungsangebots an der Deutschen Weinstraße, in komplett neuer Umgebung. Das Umfeld ist ihr völlig unbekannt. Es bestehen weder Kontakte zu Bekannten noch zu potentiellen Arbeitgebern.
Am 28. Mai 2015 nahm sie an der Gruppenveranstaltung des Projektes schwer-begabt teil. Hier schilderte sie im Erstprofiling dem zuständigen Mitarbeiter des BFB e.V. ihre persönliche Situation.
Der BFB e.V. ist als Träger seit über 20 Jahren mit Arbeitgebern und Projektpartnern der Region bestens vernetzt. So konnte die Teilnahme an der Cube-Maßnahme des BFB e.V. erwirkt werden.

Kompetenzfeststellung und Coaching
Die Ausarbeitung ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten erfolgte, um potentiellen Arbeitgebern zielgenaue Informationen zu geben. Sie kann nicht zurück in ihren Beruf. Auch sind weder schwere körperliche Tätigkeiten noch Büroaufgaben denkbar. In Einzel- und Gruppencoachings wurde Frau U. passgenau auf das Berufsleben vorbereitet. Sie war für eine Vielzahl von Arbeitsfeldern offen, z.B. im Verkauf, in der Reinigung, der Produktion sowie im Lager. Es fehlten ihr hierfür jegliche Qualifikationen.
Im Wissen um die Inhalte aussagekräftiger Informationen für Firmen wurden Bewerbungsunterlagen von Anschreiben, Lebenslauf bis hin zum Foto neu gestaltet. Für einen lückenlosen Lebenslauf forderte sie zusammen mit dem Träger sogar noch Zeugnisse ehemaliger Arbeitgeber an.

Offenheit der Unternehmen und intensive Vorbereitung
So gut vorbereitet startete sie Bewerbungen und suchte über den BFB e.V. den persönlichen Kontakt zu Arbeitgebern der Region, die bereits mit dem Träger zusammenarbeiteten. Die Folge waren Vorstellungsgespräche und Praktika. Der BFB e.V. vermittelte vielfältig und war Ratgeber, z. B bei Praktikumsverträgen inklusive abschließender Beurteilungsbogen des Praktikumgebers für Frau U. oder gab weitergehende Informationen zu allen Fragen der Unternehmen.

Flexibilität und Lernbereitschaft
In über 20 Coachingterminen ging es nicht allein um Vorbereitung und Informationen für die Kundin oder den Arbeitgeber. Es fehlten theoretische und praktische Fertigkeiten, die es zu erweitern galt. In Zusammenarbeit mit dem zukünftigen Arbeitgeber wurde mangels Kenntnisse eine Kurzschulung mit Einführung in Kassensysteme und Verkauf durchgeführt, die Frau U. hervorragend meisterte.

Intensive Vermittlungsarbeit und finanzielle Förderung
Nach erfolgreicher Probearbeit in dem Verkaufsshop wurde die Arbeitgeberanfrage bzgl. eines möglichen Einarbeitungszuschusses der zuständigen Integrationsfachkraft des Jobcenters übermittelt und positiv beschieden. Gespräche mit der Geschäftsleitung, Klärung offener Fragen sowie Begleitung von Frau U. und des Arbeitgebers bei weiteren Verwaltungsgängen (z. B. Führungszeugnis), der Abschluss des Arbeitsvertrags bis hin zum Arbeitsstart und darüber hinaus sind das Resultat geduldiger Vermittlungsarbeit und zeigen ein gelungenes „Matching“.

Arbeitgeber und Frau U. sind gleichermaßen erfreut und blicken in eine erfolgreiche Zukunft.
Lassen Sie sich von guten Beispielen inspirieren!